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12 Jobsuche-Tipps einer ehemaligen Recruiterin

  • Tipps
Eine Frau in Business-Kleidung lächelt und gibt während eines Vorstellungsgesprächs die Hand. Der Text darüber lautet: 12 Tipps zur Jobsuche von einer ehemaligen Personalvermittlerin.

Dieser Leitfaden fasst die zwölf besten Ratschläge von Emily Durham, einer ehemaligen Recruiterin und heutigen Content-Creatorin, für eine erfolgreiche Bewerbung und Jobsuche zusammen. Der Artikel erschien auf Business Insider.

1. Den Lebenslauf nicht für jede Stelle neu anpassen

Es ist ein überholter Ratschlag, den Lebenslauf für jede einzelne Bewerbung individuell anzupassen. Das Problem ist heute oft, dass der Lebenslauf gar nicht erst von der Personalabteilung gelesen wird. Viele Bewerber nutzen zudem KI, um ihre Unterlagen anzupassen, was Recruiter oft erkennen und wodurch man nicht mehr auffällt.

2. Einen einzigen, überzeugenden Lebenslauf erstellen

Stattdessen sollte man sich darauf konzentrieren, einen einzigen, wirklich starken Lebenslauf selbst zu verfassen. Analysieren Sie dazu die Stellenanzeigen Ihrer Wunschunternehmen auf wiederkehrende Schlüsselbegriffe (z. B. technische Fähigkeiten, Führungserfahrung, Datenanalyse). Bauen Sie diese Begriffe gezielt in die Beschreibung Ihrer bisherigen Tätigkeiten ein (z. B. „Ich habe Daten analysiert“ statt „Ich habe mit Tabellen gearbeitet“). Vermeiden Sie massenhaft KI-generierte Bewerbungen.

3. Networking nicht wie eine Transaktion behandeln

Ein großer Fehler beim Networking ist es, sofort mit der Tür ins Haus zu fallen und Unbekannte direkt nach einem Job oder einer Empfehlung zu fragen. Menschen empfehlen niemanden, den sie nicht kennen.

4. Menschen mit guten Fragen für sich gewinnen

Bauen Sie stattdessen echte Beziehungen auf. Beginnen Sie ein Gespräch, indem Sie Ihrem Gegenüber drei oder vier Fragen zu seiner Karriere stellen und zeigen Sie, dass Sie etwas lernen möchten. Erst am Ende des Gesprächs können Sie beiläufig erwähnen, dass Sie auf Jobsuche sind und fragen, ob die Person jemanden kennt, der einstellt. Auch persönliche Networking-Events von Unternehmen sind sehr wertvoll. Pflegen Sie einmal geknüpfte Kontakte durch gelegentliche, freundliche Nachrichten.

5. LinkedIn weder ignorieren noch übertreiben

Es ist ein Fehler, LinkedIn komplett zu ignorieren, aus Angst, als „Influencer“ wahrgenommen zu werden. Es geht vielmehr um den Aufbau einer persönlichen Marke. Ebenso falsch ist es jedoch, es zu übertreiben und belanglose, KI-generierte Beiträge zu posten, die künstlich wirken.

6. Das LinkedIn-Profil aktuell und aktiv halten

Halten Sie Ihr Profil aktuell und zeigen Sie einmal pro Woche Präsenz, indem Sie beispielsweise einen branchenrelevanten Artikel teilen. Kommentieren Sie zudem zweimal wöchentlich Beiträge von Unternehmen, bei denen Sie gerne arbeiten würden, oder von deren Mitarbeitern. Dies erhöht Ihre Sichtbarkeit für den Algorithmus. Nutzen Sie auch Plattformen wie GitHub (für Entwickler) oder Portfolios, um den Wert Ihrer Arbeit online zu zeigen.

7. Unternehmen keinen Grund geben, Sie nicht einzustellen

Auch wenn der Frust über unfaire Behandlung durch Unternehmen (wie fehlende Rückmeldungen oder unbezahlte Probearbeiten) verständlich ist, sollten Sie auf LinkedIn mit öffentlicher Kritik vorsichtig sein. Andere Recruiter könnten davor zurückschrecken, Sie zu kontaktieren, aus Angst, selbst öffentlich angeprangert zu werden. Nutzen Sie für Kritik lieber anonyme Plattformen wie Glassdoor.

8. Den Gesprächspartner nach seinem Wochenende fragen

Überspringen Sie im Vorstellungsgespräch nicht den Smalltalk. Arbeitgeber suchen nach Kollegen, mit denen sie gerne zusammenarbeiten. Nutzen Sie den Smalltalk, um beispielsweise nach dem Wochenende zu fragen. So bleiben Sie besser im Gedächtnis und wirken sympathischer.

9. Die Grundlagen nicht vergessen

Bereiten Sie sich auf Standardfragen wie „Erzählen Sie etwas über sich“, „Warum möchten Sie hier arbeiten?“ und „Warum suchen Sie einen neuen Job?“ vor. Halten Sie Ihre Antworten prägnant – idealerweise unter eineinhalb Minuten –, da die Aufmerksamkeitsspanne begrenzt ist. Vermeiden Sie zu viele Füllwörter und fassen Sie sich kurz.

10. Frei sprechen und auf Skripte verzichten

Lesen Sie in virtuellen Vorstellungsgesprächen keine vorgefertigten Texte ab. Recruiter merken das sofort. Ein Vorstellungsgespräch ist eine Unterhaltung und kein Verhör. Seien Sie gut vorbereitet, aber sprechen Sie frei und verhalten Sie sich natürlich, um zu zeigen, dass Sie zur Unternehmenskultur passen.

11. Nicht ständig im „Wir“ sprechen

Wenn Sie nach Ihren Leistungen gefragt werden, verwenden Sie nicht durchgehend „wir“. Das Unternehmen stellt Sie ein, nicht Ihr Team. Achten Sie auf ein gutes Gleichgewicht (z. B. 30 % „wir“) und stellen Sie klar heraus, welchen individuellen Beitrag Sie zum Erfolg geleistet haben.

12. Soziale Medien bei Bedarf ausschalten

Vermeiden Sie „Doomscrolling“ auf LinkedIn, wo scheinbar alle anderen extrem erfolgreich sind. Dies kann unnötige Ängste schüren. Es ist wichtig, sich während der Jobsuche regelmäßig von sozialen Medien abzukoppeln und die Suche wie Schichtarbeit zu strukturieren (z. B. montags bewerben, dienstags netzwerken), um einem Burnout vorzubeugen und die psychische Gesundheit zu schützen.


Quelle: Business Insider: Jobsuche – 12 Tipps einer ehemaligen Recruiterin